Karte der Standorte in Nairobi

Kenia

In Kenia leben ca. 57,5 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Nairobi mit ungefähr 5 Millionen Einwohner*innen.
Auffallend ist die klassische Bevölkerungspyramide in Kenia. Gut 50 % der Einwohner*innen sind 18 Jahre alt oder jünger,
und nur lediglich 2,7 % der Bevölkerung ist älter als 65 Jahre. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei ca. 67 Jahren.
Um das Jahr 2000 lag der Wert als Folge der AIDS-Epidemie noch bei 50 Jahren.

In Kenia werden gleichberechtigt zwei Amtssprachen gesprochen, nämlich Englisch und Suaheli.
Die Landeswährung ist der kenianische Schilling. Ganz grob gesagt entsprechen 100 kenianische Schilling 0,75 €.
Das Land verbucht ein jährliches Wirtschaftswachstum von 5 bis 6 % und liegt damit im vorderen Drittel der afrikanischen Staaten.
Obwohl die offizielle Arbeitslosenquote bei etwa 5–6 % liegt, sind viele Kenianer im informellen Sektor beschäftigt, insbesondere junge Menschen. Vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten ist eine feste Anstellung selten und sie müssen als Tagelöhner arbeiten. Die Einkommensverteilung ist dabei stark ungleich.
Ein erheblicher Teil der kenianischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze von etwa 2 US$ pro Tag.

Slums

In Nairobi gibt es mehr als 200 Slums, darunter Kibera, Mathare und Soweto.
Die Slums umfassen 5 % der Fläche Nairobis, jedoch leben ca. 60 % der Stadtbewohner*innen in den Elendsquartieren.
Die Wohnverhältnisse sind oft beengt, mit mangelndem Zugang zu sauberem Wasser, Elektrizität, medizinischer Versorgung und sanitären Einrichtungen.

Junge holt Wasser BCC-School

Trinkwasserversorgung

Nur die Hälfte aller Kenianer*innen hat einen Zugang zu sauberem Trinkwasser – in ländlichen Regionen und in den Slums sogar nur jede*r Fünfte. Hier ist die Versorgungslage prekär; viele Bewohner*innen sind auf unsichere Wasserquellen angewiesen, müssen Wasser von weit entfernten Quellen holen oder auf teure Wasserverkäufer zurückgreifen.

ALter Dieselgenerator Mwea

Stromzugang

70 % der Bevölkerung haben keinen sicheren Zugang zu Strom. In den Gegenden mit Stromversorgung kommt es immer wieder zu Stromausfällen.
Außerdem ist Strom für kenianische Verhältnisse sehr teuer. Viele Slums in Nairobi sind nicht an das staatliche Stromnetz angeschlossen.
Dennoch nutzen viele Haushalte inoffizielle oder improvisierte Stromquellen, die oft teuer und unsicher sind.

Schulbildung

In Kenia gibt es keine Gebühren für den Besuch der staatlichen Grundschulen. Jedoch müssen das Essen, die Schuluniform und -materialien bezahlt werden. Dies ist für den Großteil der kenianischen Bevölkerung nicht zu leisten. Der Besuch weiterführender Schulen ist in der Regel nicht kostenfrei. Es fallen neben Schulgebühren die genannten Kosten an. Diese stellen für viele Familien eine unüberwindbare Hürde dar.

Kenias Schulsystem

In Kenia wurde seit 2003 das sogenannte 8-4-4-Schulsystem angewandt:
acht Jahre Grundschule,
vier Jahre weiterführende Schule und vier Jahre Hochschule.
Dieses System wird derzeit durch das Competency-Based Curriculum (CBC) ersetzt. Die vollständige Umstellung soll bis 2027 abgeschlossen sein.

Das CBC verfolgt einen kompetenzorientierten Ansatz. Es gliedert sich in:
2 Jahre Vorschule (Pre-Primary),
6 Jahre Grundschule (Primary School),
3 Jahre Junior Secondary School,
3 Jahre Senior Secondary School
und anschließend mindestens 3 Jahre Hochschule.

Nach der Primary School müssen Schüler*innen die Prüfung KCPE ablegen, um in die Secondary School aufgenommen zu werden. Dies führt zu hohem Leistungsdruck. Auch für eine Universität zählt ausschließlich die Platzierung in der Abschlussprüfung.

In der Vergangenheit wurden auch für staatliche Grundschulen Gebühren verlangt. Seit 2003 ist die Grundschule kostenlos, teilweise auch die Secondary School.

In den Slums gibt es kaum staatliche Schulen

Trotz kostenloser Grundschule gibt es weiterhin viele Hürden. Vor allem in Slumgebieten fehlen staatliche Schulen. Ohne Schuluniform – Pflicht in ganz Kenia – dürfen Kinder nicht am Unterricht teilnehmen. Die Kosten für Uniform, Lernmaterialien und Essen übersteigen oft die Möglichkeiten vieler Familien.

Auch an den vorhandenen Schulen herrschen schwierige Bedingungen: Überfüllte Klassen, fehlende Lehrkräfte, Streiks und schlechte Ernährung beeinträchtigen die Lernqualität erheblich. Viele Eltern sehen sich daher gezwungen, ihre Kinder lieber arbeiten zu lassen.

In Armutsvierteln wie Kibera ist die Situation noch schwieriger. Staatliche Schulen gibt es nur wenige. Kinder haben oft nur eine Chance auf Bildung über gemeinnützige, private Schulen.

Mit JUAMII e.V. unterstützen wir genau diese Schulen. Die Schulen finanzieren sich über Spenden und verlangen nur moderaten Elternbeitrag. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, die Kosten zu tragen und auf die Arbeitskraft der Kinder zu verzichten.

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