Buchprojekt "Sauti Kutoka Africa"

Sauti Kutoka Africa ist Suaheli und bedeutet Klänge - in dem Buchprojekt sind es die Stimmen aus Afrika. Es sind die Stimmen von Kindern aus den Elendsvierteln von Nairobi.  Um Ihnen diese Welt näherzubringen, ja vielleicht erst begreifbar zu machen, besteht der erste - keine Angst, nur kurze - Teil des Buches aus Fakten über Kenia, Nairobi und aus einer Beschreibung des Lebens der Menschen und vor allem der Kinder in den Slums. Anschließend werden Bischoff & Ditze Energy sowie JUAMII e.V. mit wenigen Worten vorgestellt. Der Hauptteil des Buches ist dann natürlich den unverfälschten Stimmen der Kinder vorbehalten. Sie erzählen von ihrem Leben, ihrer Schule und ihren Wünschen und Träumen für ihre Zukunft. Damit wir uns noch mehr in ihre Gedankenwelt einfühlen können, stellen sie uns auch ihre Lieblingsgeschichten aus Afrika vor.

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Ein paar Auszüge aus dem Buch

Das Buch wurde von Dr. Martin Bischoff (Gesellschafter der Bischoff & Ditze Energy GmbH & Co. KG) sowie Julian Pabel (JUAMII e.V.) geschrieben und herausgegeben. Die Gewinne aus dem Verkauf des Buches fließen zu 100% der BCC-School in Nairobi, Soweto zu.

Amos Osoro - 6. Klasse

Mein Name ist Amos Osoro Onwong’a, und ich bin 11 Jahre alt. Ich besuche die 6. Klasse des Bethlehem Community Centers in Soweto, und ich liebe meine Schule. Ich wurde am 28. Februar 2008 als jüngstes von drei Kindern geboren. Meine beiden Geschwister heißen Debora Gresare and Dinah Kerubo. Zusammen leben wir bei unseren Eltern, Mr. und Mrs. Onwong’a. Ich liebe meine Familie über alles.
Mein Vater arbeitet als Mechaniker, und meine Mutter hat leider keine Arbeit. Debora studiert an der Universität, und Dinah besucht die weiterführende Schule. Nach der 8. Klasse würde ich gerne die Alliance Boys High School besuchen, um nach meinem Abschluss im Ausland studieren zu können. Eines Tages möchte ich dann Ingenieur werden.

Ich lebe in einem Slum namens Soweto in Embakasi, Nairobi. In Soweto sind unsere Häuser überfüllt. Einige sind aus Stein gebaut und stabil, andere aus Wellblech und irgendwie nicht so stabil. Ich liebe meine Stadt, denn sie lehrt mich, wie hart das Leben sein kann und wie wichtig Gemeinschaft ist, um im Slum zu überleben. Sie motiviert mich, fleißig zu sein und für eine bessere Zukunft zu arbeiten, um anderen, wie all den armen Waisen und Witwen, zu helfen. Ich habe auch Freunde, ihre Namen sind David Nyariki, Richard Mwangi und Dennis Ajubwa. Wir arbeiten hart für die Prüfungen, denn wir wünschen uns eine bessere Zukunft.
Ich lebe zwar in Nairobi, doch meine Heimatstadt ist Nyamira. In Nyamira gibt es einen großen Markt, auf den Leute aus allen möglichen Regionen kommen, um dort einzukaufen. Ich habe Cousins, Onkel und Tanten. Meine Cousins heißen Mitchel Kwamboka, Ivy Makaya und Jeiden Osoro. Ich liebe meine Verwandten, denn sie sind Teil meiner Familie.

Meine Hautfarbe ist braun, und ich bin groß. Meine Augen sind weder groß noch klein, sie sind eher normal. Normalerweise bekomme ich jeden Morgen mein Frühstück und auch Mittagessen. Sogar das Abendessen bekomme ich jeden Tag.

Das Tier mit den hundertundeins Schwänzen

von Liz Nafula

Es war einmal ein König, der wollte, dass seine Tochter heiratete. Er erzählte allen geeigneten Männern im Dorf, dass, wer auch immer ihm das Tier mit den hundertundeins Schwänzen bringen könne, seine Tochter heiraten dürfte.

Alle Männer im Dorf rannten in die Wildnis, um das Tier mit den hundertundeins Schwänzen zu jagen. Unter ihnen war ein sehr armer Mann, der aber ein sehr guter Jäger war, und alle Tiere in der Wildnis kannten ihn.

Der arme Mann entschied loszugehen und sich auf die Spitze eines Felsens zu legen, um so zu tun, als sei er tot. Ein paar Tieren sahen den Körper und dachten, der arme Mann sei tot. Sie fingen an, sich selbst zu fragen: »Warum liegt ein Jäger auf der Spitze eines Felsens?« Ein Tier meinte, der Mann sei tot.

Die Tiere rannten durch die Wildnis und riefen die anderen Tiere, um ihn zu sehen. Alle Tiere kamen und schauten auf den Körper des berühmten Jägers. Sie stupsten den Körper an, aber er bewegte sich nicht. In dem Glauben, der berühmte Jäger sei tot, beschlossen sie, den König der Tiere herbeizurufen.
Der Tierkönig war das Tier mit hundertundeins Schwänzen, und als sie ihm von dem Tod des berühmten Jägers erzählten, entschied er, sich das mit eigenen Augen anzusehen. Er hatte große Bedenken, weil er Angst vor dem Jäger hatte. »Aber ich bin der König«, dachte er, er würde sich nicht hereinlegen lassen. Als der König ankam, brachten ihm die anderen Tiere voller Respekt einen Stuhl, und der König setzte sich vor den Körper. Sobald der Jäger hörte, dass das Tier mit den hundertundeins Schwänzen vor ihm saß, griff er nach seiner Pistole und sprang auf seine Füße.
Alle Tiere rannten davon und ließen den König auf sich alleine gestellt. Der Tierkönig flehte den Jäger an, ihn nicht zu töten. Der Jäger sagte, er würde ihn am Leben lassen, wenn er ihn zurück zum Palast begleite.

Als sie im Palast ankamen, war der König sehr fröhlich und gab dem armen Mann die Hand seiner Tochter zur Heirat und die Hälfte seines Königreiches. Der arme Mann wurde reich und lebte ein schönes Leben mit seinen drei Kindern. Fortan waren sie eine glückliche Familie.

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Die Herausgeber sind Dr. Martin Bischoff und Julian Pabel.

Die Gewinne aus dem Verkauf des Buches fließen zu 100% der BCC-School in Nairobi, Soweto, zu.

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